ck, tz - Ausnahmen?; pf im Anlaut

Frage (aus www.lehrer-online.de, Forum "Deutsch"):

"Das ck im Wort kann man Kindern und sich selber sehr gut erklären; im Wort ,,Säcke" hört man bei entsprechender Silbentrennung 2 ks, also Säk-ke. Anstelle von kk schreibt man aber ck. Bis dahin haben die Kinder und ich auch keine Probleme im Verständnis. Aber nun kommen wir zum tz. Beim Wort ,,Katze" soll man laut Literatur zz im Wort hören. Anstelle von zz schreibt man jedoch tz. Ja, aber ich finde und auch meine Schüler, dass wir bei entsprechender Silbentrennung das t und z in diesem Wort hören. Was stimmt den nun?
Noch eine Frage: Hört man pf wirklich im Wort ,,Pfanne" oder nur das F?"

Antwort:

Sie haben vollkommen Recht: Beim silbentrennenden Sprechen von tz hört man natürlich nicht "z-z" (also "tß-tß"), sondern "t-z" (also "t-tß"; bestenfalls kann man sich streiten, ob man nicht "t-ß" hört). Entweder wird es in der von Ihnen genannten Literatur wirklich falsch ausgedrückt ("man HÖRT zz"), oder in dieser Literatur wird darauf Bezug genommen, dass die Regel für die Konsonantenverdopplung oft (wie auch im Regelteil des amtlichen Rechtschreibreformtextes) in etwa wie folgt formuliert ist: "ein Konsonantenbuchstabe für einen einzelnen Konsonanten nach kurzem Vokal wird DOPPELT GESCHRIEBEN." Das hat zur Folge, dass oft angenommen wird, zz sei als verdoppelte Form von z zu erwarten und tz sei eine Ausnahmeregelung. Wenn man aber, wie Sie es richtig tun, Wörter mit tz silbisch analysiert, muss man feststellen, dass man bei tz gar nicht von einer Ausnahme sprechen braucht. Die Regel für die Doppelkonsonanten ließe sich dementsprechend besser formulieren: "ein Konsonant, der einem kurzen betonten Vokal folgt, wird ZWEIMAL DARGESTELLT, wenn sonst ein einzelner Konsonantenbuchstabe folgen würde." Diese Formulierung würde tz problemlos in eine Reihe mit den übrigen doppelt dargrstellten Konsonanten stellen: das "t", das man am Anfang von z hört, muss durch diese Regel zweimal dargestellt werden. Einmal steckt es ja sozusagen in z, und ein zweites Mal wird es vor das z geschrieben: tz!
Sie haben damit eine von etlichen unsauberen Formulierungen aufgespürt, die man oft in der Rechtschreibliteratur und leider eben auch im Text der Rechtschreibreform findet. Ihre Analyse von "Säk-ke" zeigt übrigens auch, dass die neue Nicht-Trennung von ck widersinnig ist! Es ist einfach ein neues Trennverbot; da hilft nur ein neuer Merkvers wie "Trenne nie ck, denn das geht ihm nah!"
Zu pf: Die Aussprache des pf im Anlaut als f ist eine v.a. in norddeutschen Varietäten des Deutschen vorkommende Erscheinung. In Süddeutschland (und so auch in der hochdeutschen Aussprachenorm) wird es deutlich gesprochen.

Ergänzende Antwort:

Zur Verdeutlichung meiner Ausführungen von gestern hier noch Folgendes: Die bereits angesprochenen gängigen Darstellungen zur Konsonantenverdopplung (wie z.B. der Text der Rechtschreibreform) basieren auf dem Gedankengang, dass der KonsonantenBUCHSTABE doppelt geschrieben wird, also DERSELBE Buchstabe zweimal notiert wird. Die Regel ist also rein grafisch-mechanisch formuliert. Die von mir genannte präzisere Formulierung geht davon aus, dass es zum korrekten Lesen des Kurzvokals notwendig ist, dass dem kurzen/offenen Vokal zwei Konsonantenbuchstaben folgen. Dafür reicht es aber aus, dass der dem Vokal folgende KONSONANT(enlaut) zweimal dargestellt wird, also durchaus auch mit zwei verschiedenen Konsonantenbuchstaben - wie ck und tz zeigen. Wie wir gesehen haben entspricht diese Beschreibung auch mehr der lautlichen (silbenbasierten) Struktur der Wörter ("Kat-tße").

7.3.07 18:03

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